Aktionen auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz von 1958-1990

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Frieden der Welt - 1984

Plakat Axel Bertram

Axel Bertram, 1984

Der von der Kunsthochschule und der FDJ 1982 organisierte Wettbewerb „Frieden der Welt“ hatte eine große positive öffentliche Resonanz. Das war ein Grund für die Parteigruppe der Sektion Gebrauchsgraphik, das Projekt fortzuführen. Anlässlich des IX. Kongresses des VBK Anfang November 1983 im Palast der Republik modifizierte die Sektion jedoch zuerst den Wettbewerb. Es sollten Plakate „in annäherndem U-Bahnformat“ unter dem Motto „Frieden der Welt“ gestaltet werden, um sie dann an die Bauzäune um den Lustgarten, am Spittelmarkt und in der Friedrichstraße zu montieren. Der Aufruf zum Wettbewerb erging an alle Mitglieder des Berliner VBK. Der IX. Kongress des VBK war motivierte ebenfalls den Zentralvorstand des VBK, am 24.3.1983 einen zusätzlichen Plakatwettbewerb zum Thema „Frieden der Welt“ für den U-Bahnhof Alexanderplatz auszurufen. Die hierzu eingesandten Entwürfe sollten während des Kongresses im Gebäude des Palastes der Republik gezeigt werden. Eine „von einer Auswahlkommission des Verbandes und der Vertreter gesellschaftlicher Organisationen“ gewählte Jury hatte die Aufgabe, die Entwürfe für die Hintergleisflächen des U-Bahnhofs Alexanderplatz auszuwählen.

Plakat Petra Henninger

Petra Henninger, 1984

Es beteiligten sich 428 Künstler mit 706 Entwürfen. Nach einer ersten Auswahl wurden 500 Entwürfe öffentlich ausgestellt. Für den U-Bahnhof Alexanderplatz wurden insgesamt 30 Entwürfe zur Vergrößerung auf die Hintergleisflächen ausgewählt, die von Februar 1984 bis April 1985 auf dem Bahnsteig der Linie A unter dem Titel „Frieden der Welt“ präsentiert wurden. Die Realisierungsarbeit für diese Aktion übernahm die DEWAG. Die Aktion von 1984 beschränkte sich erstmalig auf den Bahnsteig der Linie A des U-Bahnhofs Alexanderplatz.

Die Plakate

Die Plakate aus dem Wettbewerb von 1984 waren vorrangig Bild-Schrift-Kompositionen, bei denen zum Teil neue Bildideen geschaffen wurden. Die Bildaussagen waren eindeutig, erlangten jedoch durch die Mehrzahl der graphischen Lösungen eine differenziertere Form als 1982. Das reine Schriftplakat war nur selten vertreten und wies selbst dann neue Darstellungsformen auf. Die Dominanz des Motivs der Bombe, Rakete oder Waffe relativierte sich im Vergleich zu 1982, da das Motiv der Taube ebenso häufig variiert wurde. Einige Plakate hatten in ihrer Motivwahl und Aussage große Ähnlichkeiten zur Symbolik und Metaphorik der Wettbewerbe 1958 und 1959. Der Titel „Frieden der Welt“ wurde nicht direkt illustriert. Jedoch wurden stärker als 1982 die typischen, mit Frieden konnotativen Inhalte wie Völkerfreundschaft, friedliche Zukunft, Schutz des Kindes und Rettung der Erde vermittelt.

Plakat Reiner Schwalme

Reiner Schwalme, 1984

Text Constanze Musterer


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