Aktionen auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz von 1958-1990

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Politische Situation von 1982-1985

Die Wettbewerbe 1982 und 1984 waren der Selbstdarstellung der DDR dienlich, denn sie halfen aufgrund der allgemeinen politischen Lage das von der DDR-Regierung geschaffene Feindbild ‚Imperialismus’ zu stärken. Für die weiterhin propagierte Einheit von Sozialismus und Frieden gab es nur vereinzelt zeitgemäße Beispiele. Vorrangig berief man sich auf historische Zitate, die die Friedenspolitik der Sowjetunion bestätigen sollten. Mit der Agitation des menschen- und weltzerstörenden Imperialismus wurde suggeriert, dass der Sozialismus als zweite politische Ordnung die einzige Alternative für den Frieden sei. Die Künstler forderten mit diesen polarisierten Standpunkten zum weltpolitischen Geschehen eine Meinungsbildung beim Publikum heraus. Bei der Mehrheit der Graphiker, die für die Projekte bis 1987 die Hauptaktivisten waren, war zumindest bis Mitte der 80er Jahre ein starkes politisches Interesse vorhanden. Insofern waren die Plakate von 1982 und 1984 Zeugnisse eines realen politischen Engagements. Der U-Bahnhof Alexanderplatz wurde mit den U-Bahnprojekten 1982 und 1984 zu einem politischen Ort der Kommunikation. Im Gegensatz zur sonst üblichen Stadtgestaltung wurden aktuelle Ereignisse behandelt, die eine Auseinandersetzung provozierten.

Text Constanze Musterer


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