Aktionen auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz 2006

Christine Hill Welt der Weisheit

Christine Hill

Foto Uwe Walter, 2006

Der amerikanischen Künstlerin Christine Hill, die in New York und in Berlin lebt, geht es in ihren Arbeiten um die Verbindung zwischen zeitgenössischer Kunst, Konsum und Alltagswelt. So spielt auch ihr Beitrag im Untergrund des Alexanderplatzes auf Popkultur und Werbeparadigmen an. In der Passage zwischen den Bahnhöfen der Linien U2 und U8, wo eine kuriose Vielfalt anachronistisch anmutender Läden angesiedelt ist, erschafft Christine Hill ein eigenwilliges Leitsystem aus Schrifttafeln, Plakaten, handgemalten Schildern und bunt kopierten Flyern: Reiselektüre für die Großstädter, Impulse im Vorübergehen – Slogans fürs Leben. Die Textfragmente und Sentenzen lehnen sich an vertraute Formen und Formeln an, wie sie im Dienstleistungsbereich zum Einsatz kommen. Sie verkünden Optimismus, und sie stiften Sinn für eine teilweise verlassen wirkende Umgebung. Ähnlich wie die Geschäfte in der Unterführung scheinen auch sie ein wenig wie aus einer anderen Zeit und erinnern an die Reklame aus der Ära des Deutschen Wirtschaftswunders oder an Bildsprachen und Anzeigenkultur der DDR.

Christine Hill

Foto Uwe Jonas, 2006

Christine Hills Installation imitiert subversive Strategien der urbanen Öffentlichkeit, lässt die Grenzen zwischen Kunst und Subkultur verwischen und zielt dabei ganz offensichtlich auf einen Prozess: des stetigen Entfernens, Auswechselns und Hinzufügens von Elementen.

Sie entdecken die „Welt der Weisheit“ im gesamten Transitbereich zwischen der U2 und der U8.


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