Aktionen auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz 2006

Das Ausstellungsprojekt „U2 Alexanderplatz“ im Jahr 2006

In den letzten Jahren war es den Künstlerinnen und Künstlern nicht nur möglich, die 32 Hintergleiswerbeflächen zu bespielen, sondern ihre Arbeiten auch auf dem gesamten Bahnsteig umzusetzen. Das Konzept des Wettbewerbs wurde damit zugunsten einer kontextuellen Ausrichtung erweitert, die den Bahnhof weniger museal begreift, sondern in seinen spezifischen Dimensionen eines „öffentlichen Raumes“.
Auf Grund von Sanierungsmaßnahmen, die 2006 auf dem Bahnhof durchgeführt werden, wurde die räumliche Begrenzung des Projekts auf den Bahnsteig der Linie U2 für den diesjährigen Turnus aufgehoben und das offene Wettbewerbsverfahren einmalig ausgesetzt. Stattdessen wurden drei Künstler/innen eingeladen, die im Genre der kontextuellen Interventionskunst international auf sich aufmerksam gemacht haben: Ayse Erkmen, Christine Hill und Thomas Hirschhorn.

Der Bahnhof Alexanderplatz lässt Passanten derzeit erleben, wie Baustellen über Nacht ihre Standorte wechseln, Zu- und Ausgänge, die noch gestern frequentiert werden konnten, plötzlich gesperrt sind und andere Wege als gewohnt beschritten werden müssen. Zwar fordert jede künstlerische Intervention in der Öffentlichkeit, ihr Umfeld nicht statisch zu begreifen, sondern auf seine Transformationen zu reagieren. Dieses Projekt ist darüber hinaus mit prozessualen Dimensionen konfrontiert, die einem öffentlichen – und sehr urbanen – Transitraum inhärent sind: Hier schaffen Mobilität und Schnelllebigkeit permanent neue Situationen; die aktuellen Bauarbeiten evozieren außerdem Unruhen und Wirren: Alles ist in Bewegung! Die Arbeiten von Ayse Erkmen, Christine Hill und Thomas Hirschhorn stellen sich diesen Herausforderungen, indem sie während ihrer vierwöchigen Präsenz im U-Bahnhof Entwicklungen zulassen, für deren Ausmaße und Qualitäten diejenigen Impulse stiften, an die sie adressiert sind: die Gäste des „Bahnhof Alexanderplatz“.

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2006 NGBK