Hintergrund

Der U-Bahnhof Alexanderplatz

Im Jahre 1902 wurde mit der so genannten Stammlinie die erste Hoch- und Untergrundbahnlinie in Berlin eröffnet, die den Streckenabschnitt Warschauer Brücke bis Zoologischer Garten umfasste. Der U-Bahnhof Alexanderplatz wurde am 1.7.1913 im Rahmen der Verlängerung der Stammlinie von Potsdamer Platz nach Nordring – Linie A (heute U2) – eröffnet. Schon zu dieser Zeit war der U-Bahnhof auf eine spätere Erweiterung ausgerichtet. Die architektonische Erweiterung des Bahnhofs Alexanderplatz erfolgte im Rahmen des neuen Streckenausbaus der Linie D (Gesundbrunnen – Neukölln, auch GN-Bahn genannt; heute U8) und der Linie E (Alexanderplatz – Friedrichsfelde; heute U5), deren Baubeginn 1926 bzw. 1927 war. Die Eröffnung beider Linien und mithin der neuen Bahnhöfe erfolgte am 18.4.1930 bzw. 21.12.1930. Das Berliner U-Bahnnetz wurde von 1902 bis 1930 insgesamt auf 80 Kilometer Länge erweitert. Mit der Verbindung zwischen drei U-Bahnlinien, mehreren S-Bahnlinien und dem direkten Anschluss an die Reichsbahn wurde der Bahnhof Alexanderplatz zum größten Umsteigebahnhof Berlins. Ende der sechziger Jahre erfolgte im Rahmen der Umbauarbeiten des Alexanderplatzes eine radikale Umgestaltung des U-Bahnhofs, bei der jedoch die Gesamtform der Anlage mit dem Fußgängertunnel und die Bahnsteige in ihrer ursprünglichen Form erhalten blieben. Seit 1977 stehen die U-Bahnstationen des Alexanderplatzes unter Denkmalschutz.

Verantwortlich für die architektonische, funktionale und ästhetische Gestaltung des gesamten U-Bahnhofes Alexanderplatz war der Architekt Alfred Grenander (1863-1931). Obwohl der U-Bahnhof Alexanderplatz aufgrund seiner Funktion als Verkehrsknotenpunkt andere Bahnhöfe in seiner Dimension überragte, wählte Grenander sowohl für den Bahnhofsbau von 1911-13 (Linie A) als auch für den Ausbau von 1927-30 (Linien D und E) eine relativ schlichte Gestaltung. Der gesamte U-Bahnhof war mit weißen, quadratischen Fliesen gekachelt und bekam seine besondere Wirkung lediglich durch den rotbraunen Farbton an sämtlichen Holz- und Eisenelementen.

Die Kunstwettbewerbe finden seit 1982 auf dem ältesten Bahnsteig des U-Bahnhofes Alexanderplatz, der Linie A (U2), statt. Die in leichter Biegung gelegene Bahnstation ist zweigleisig mit einem Mittelbahnsteig, der durch seine ungewöhnliche Breite von 16,20 m auffällt, die Durchschnittsbreite sonstiger Bahnsteige beträgt ca. 13,00 m. Die Länge der Bahnsteighalle ist 116,20 m mit einer Höhe von 2,61 m und einer Gesamtbreite von 21,60 m. Die Maße der sonst für Werbung vorgesehenen Hintergleisflächen sind 187 x 377 cm.

Text Constanze Musterer


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